Eine Würdigung der Gastarbeiter der ersten Generation

Mario Gattiker_MUBA 2016_CSERPEAm 20. April kam der Staatssekretär für Migration, Mario Gattiker, der Einladung des Vereins Pro Migrante nach und hielt an der Mustermesse in Basel einen Vortrag zum Thema «Wohlstand durch Migration? Eine Würdigung der Gastarbeiter der ersten Generation». Anschliessend fand eine Podiumsdiskussion mit Therese Frösch, Präsidentin Nationales Forum Alter und Migration, Co-Präsidentin Schweizerische SozialhilfeSKOS; Mustafa Atici, Grossrat BS; Beat Jans, Nationalrat; Leitung Andreas Raess, Integrationsdelegierter BS statt.

Nach einem Rückblick auf die schweizerische Migrationspolitik der letzten vier, fünf Jahrzehnte, einer Würdigung des Beitrags der Migrantinnen und Migranten der ersten Generation zum Wohlstand der Schweiz und ein paar Hinweisen auf die aktuellen Herausforderungen fasste Gattiker folgende Deutung der neuesten Tendenzen und Zusammenhänge zusammen: «Die Migration ist für die Schweiz überwiegend ein Faktor des Wachstums und des Wohlstands. Das gilt für die frühere Zeit wie für die Gegenwart. Heute spielen zum Beispiel Fachleute in technischen Bereichen, in der Medizin, im Bankwesen und in der Forschung eine Schlüsselrolle. Es sind im Vergleich zu früher vermehrt selbstbewusste Menschen, die durchaus Alternativen zur Auswanderung in die Schweiz haben, indem sie zwischen mehr oder weniger attraktiven Möglichkeiten in ihrer Heimat und anderen Ländern auswählen können. Doch auch in anderen Bereichen hält die Migration an. Der Wert vieler Beiträge geht über das Ökonomische hinaus und lässt sich schon gar nicht in Franken beziffern, man denke nur etwa an die Spitäler und Heime, die ihre hochstehenden Leistungen ohne Ausländer schlicht nicht erbringen könnten.

Die Politik hat in einem jahrzehntelangen Prozess der Realität Rechnung getragen: der Realität, dass Migration unentbehrlich ist und dass ein grosser Teil der Migranten dauerhaft in der Schweiz bleibt. Für die Integration der Eingewanderten ist ihre weitgehende Gleichberechtigung eine gute Basis. Der freie Wechsel von Stelle, Beruf und Wohnort, der Familiennachzug und ein guter Rechtsschutz – einst keineswegs selbstverständlich – sowie die Teilhabe am Sozialstaat müssen grundsätzlich auch gewährleistet bleiben, wenn bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative die Personenfreizügigkeit eingeschränkt werden sollte. Eine rein utilitaristische Migrationspolitik wäre nicht nachhaltig und somit auch nicht nutzbringend. Es ist ganz banal: Migrantinnen und Migranten sind individuelle Menschen, deren Lebenslauf – wie bei allen Menschen – manche Wendung machen kann. Diese Menschen machen einen Teil der Schweiz, ihres Wohlstands, ihrer spannenden und manchmal auch spannungsvollen Vielfalt aus».

Felicina Proserpio

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